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Jedes Kind hat seine Wurzeln

Aktualisiert: 23. März 2021




Wenn ein Kind nicht in seiner leiblichen Familie leben kann, kann es in einer Pflegefamilie

oder einer Erziehungsstelle aufgenommen werden.

Dies ist ein großes, einschneidendes Erlebnis im Leben eines Kindes. Häufig findet die

Entscheidung, dass ein Kind nicht mehr in seiner Herkunftsfamilie bleiben kann sehr schnell

statt. Das Kind hat kaum Möglichkeiten sich auf diese neue Situation einzustellen.

Es verlässt sein gewohntes Lebensumfeld und muss sich spontan auf eine neue Familie

einstellen.


Um den Übergang in den neuen Lebensabschnitt zu erleichtern, kann es wichtig sein, dass

die leiblichen Eltern weiterhin eine Rolle im Leben des Kindes spielen. Ausnahmen sind

Inkognitounterbringungen. Manchmal sind die Umstände so, dass die Eltern nicht wissen

dürfen wo ihr Kind untergebracht ist, da sie eine Gefahr darstellen.

Kurz und knapp

In der Regel ist es wichtig, dass ein Kind weiss, wer seine Eltern sind und wo es seine

Wurzeln hat.


Lebt das Kind dauerhaft in seiner neuen Familie, können die leiblichen Eltern nach wie vor

eine Rolle spielen.

Dies kann Ausdruck finden durch Besuchskontakte, die in regelmässigen Abständen

stattfinden. Hier treffen die Kinder mit ihren leiblichen Eltern zusammen. Diese werden durch

die Fachberatung des Trägers z.B INDIGO Erziehungsstellen und die Pflegeeltern begleitet.

Sie finden außerhalb der Erziehungsstelle meistens in den Räumlichkeiten des Trägers statt.

Zeitpunkt und Dauer des Besuchskontaktes wird mit dem Jugendamt abgestimmt.

Eine weitere Möglichkeit den Bezug des Kindes zur Herkunftsfamilie zu wahren liegt in der

Biografiearbeit.


Die Biografiearbeit stärkt das Selbstbewusstsein des Kindes. Sie bildet die Brücke zwischen

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Spätestens in der Pubertät stellt sich bei jedem Heranwachsenden die Frage: “ Wer bin ich,

wo komme ich her und wo will ich hin”. Hilfreich für den Jugendlichen ist es dann, wenn er

Kenntnis und vielleicht auch Kontakt zu oder über seine Herkunftsfamilie hat.

Denn hier liegen seine Wurzeln und bilden den Ausgangspunkt seiner eigenen Geschichte.

In der Biografiearbeit können verschiedene Methoden angewandt werden, die die

Erziehungsstelle durch eine Schulung erlernt.

Dazu gehören, je nach Alter des Kindes z.B das Anlegen von Fotoalben, das Erstellen eines

Zeitstrahls oder Erinnerungsgegenstände, die kreativ gesammelt werden.

Die Biografiearbeit kann sensibel und vertrauensvoll im alltäglichen Leben eingeflochten

werden und sollte Bestandteil einer jeden Erziehungsstellenarbeit sein.

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